Berufshaftpflichtversicherung Österreich
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Was ist eine Berufshaftpflichtversicherung?
Eine Berufshaftpflichtversicherung schützt Freiberufler und Selbständige vor Schadenersatzansprüchen Dritter, die aus beruflichen Fehlern entstehen. Sie deckt vor allem reine Vermögensschäden ab, also finanzielle Verluste ohne vorangegangenen Personen- oder Sachschaden. Grundsätzlich fallen drei Schadenarten darunter: Personenschaden, Sachschaden und der reine Vermögensschaden als Kernrisiko.
Personenschaden
Verletzung oder Gesundheitsschaden einer Person, etwa eines Kunden oder Patienten.
Sachschaden
Beschädigung oder Zerstörung fremder Sachen im Rahmen Ihrer Tätigkeit.
Reiner Vermögensschaden
Finanzieller Verlust aus Beratungs- oder Ausführungsfehlern, ohne Personen- oder Sachschaden. Das Kernrisiko der Berufshaftpflicht, das die Betriebs- und die Privathaftpflicht nicht abdecken.
Für wen ist die Berufshaftpflicht in Österreich Pflicht?
In Österreich ist die Berufshaftpflicht für mehrere regulierte Berufe gesetzlich verpflichtend. Vor Aufnahme der Tätigkeit ist ein Deckungsnachweis über die gesetzliche Mindestversicherungssumme je Versicherungsfall vorzulegen. Verpflichtet sind unter anderem Ärzte, Rechtsanwälte, Notare, Wirtschaftstreuhänder, Versicherungsvermittler sowie klinische Psychologen und Psychotherapeuten.
Quelle: usp.gv.at, oesterreich.gv.at
| Beruf | Gesetz | Mindestversicherungssumme |
|---|---|---|
| Ärzte / Zahnärzte | § 52d ÄrzteG | € 2.000.000 je Versicherungsfall; Jahresaggregat 3-fach (€ 6 Mio.), GmbH-Gruppenpraxis 5-fach (€ 10 Mio.) |
| Rechtsanwälte | § 21a RAO | € 400.000 je Versicherungsfall; RA-GmbH € 2.400.000 |
| Notare | § 30 NO | € 400.000 je Versicherungsfall; Treuhand-Zusatzdeckung bis € 10 Mio. |
| Wirtschaftstreuhänder (StB/WP) | § 11 WTBG 2017 | € 72.673 je Versicherungsfall; der Markt versichert deutlich höher |
| Versicherungsvermittler | § 137c GewO | € 1.250.000 je Versicherungsfall / € 1.850.000 pro Jahr (gesetzlicher Basiswert; wo EU-indexiert: € 1.564.610 / € 2.315.610) |
Für Ziviltechniker (Architekten und Ingenieurkonsulenten) besteht nach dem ZTG 2019 keine generelle Versicherungspflicht. Ein Deckungsnachweis ist nur für bestimmte Tätigkeiten erforderlich; marktüblich ist eine Pauschalsumme ab € 1.000.000.
Berufs-, Betriebs- oder Privathaftpflicht: was ist der Unterschied?
Drei Haftpflicht-Arten werden oft verwechselt. Die Berufshaftpflicht deckt reine Vermögensschäden aus Ihrer beruflichen Tätigkeit. Die Betriebshaftpflicht deckt Personen- und Sachschäden im Betrieb. Die Privathaftpflicht gilt nur im Privatleben und schließt berufliche Tätigkeit ausdrücklich aus. Eine private Haftpflicht ersetzt daher nie die Berufshaftpflicht.
Berufshaftpflichtversicherung
Deckt
reine Vermögensschäden aus beruflichen Fehlern
Deckt nicht
Personen- und Sachschäden im Betrieb, Vorsatz
Für wen
Freiberufler, Berater, regulierte Berufe
Betriebshaftpflichtversicherung
Deckt
Personen- und Sachschäden im Betrieb
Deckt nicht
reine Vermögensschäden aus Beratung
Für wen
Betriebe mit Personal, Büro, Kundenverkehr
Privathaftpflichtversicherung
Deckt
Schäden im Privatleben
Deckt nicht
jede berufliche Tätigkeit
Für wen
Privatpersonen, nicht beruflich
Was kostet eine Berufshaftpflichtversicherung in Österreich?
Die Prämie einer Berufshaftpflichtversicherung wird individuell berechnet. Sie hängt von Jahresumsatz, gewählter Versicherungssumme, Selbstbehalt und Branche ab. Für risikoarme Dienstleister beginnt der Schutz bei rund € 144 pro Jahr; im Branchenschnitt liegt die Nettoprämie bei etwa € 450 pro Jahr.
Einstieg
risikoarme Dienstleister; öffentliche Marktdaten, nur grobe Orientierung
Annual
ab € 143,82 / Jahr
Durchschnitt
branchenübergreifender Mittelwert; nicht für Ärzte oder Anwälte
Annual
~ € 450 netto / Jahr
Individuell
regulierte Pflichtberufe mit hohen Mindestsummen liegen deutlich höher
Annual
nach Angebot
What drives your premium
- Jahresumsatz und Unternehmensgröße
- Höhe der Versicherungssumme
- vereinbarter Selbstbehalt
- Branche und Risikoklasse
Auf die Nettoprämie kommen 11 % Versicherungssteuer nach VersStG. Betrieblich veranlasste Prämien sind in der Regel als Betriebsausgabe absetzbar (keine Steuerberatung).
Was ist versichert, und was nicht?
Versichert
- fahrlässig verursachte Personen-, Sach- und reine Vermögensschäden
- passiver Rechtsschutz: Abwehr unberechtigter Schadenersatzansprüche
- Nachdeckung für Ansprüche, die nach Vertragsende auftauchen
- mitversicherte Angestellte im Rahmen ihrer Tätigkeit
- optional: Cyber-Eigenschaden als Zusatzbaustein
Nicht versichert
- vorsätzlich oder absichtlich verursachte Schäden
- vertraglich vereinbarte branchenspezifische Ausschlüsse
- Anteil des vereinbarten Selbstbehalts
Claims-made basis: Vorsatz ist ausgeschlossen und nie versicherbar. Grobe Fahrlässigkeit ist je nach Vertrag gedeckt.
Wie melde ich einen Schaden?
Melden Sie einen Schaden sofort. Bereits die reine Behauptung eines Schadenersatzanspruchs reicht als Auslöser: Der Schutz greift auch dann, wenn der Anspruch unberechtigt ist. Erkennen Sie keine Haftung an, sondern überlassen Sie die Prüfung dem Versicherer.
- 1
Ruhe bewahren
Keine Haftung anerkennen und keine Zahlung zusagen.
- 2
DigiCare informieren
Melden Sie den Schaden umgehend Ihrem Versicherer oder DigiCare.
- 3
Unterlagen übermitteln
Reichen Sie das Anspruchsschreiben und alle relevanten Dokumente ein.
- 4
Prüfung abwarten
Der Versicherer wehrt unberechtigte Ansprüche ab (passiver Rechtsschutz) oder zahlt berechtigte.
Kapitel VI
Häufige Fragen zur Berufshaftpflichtversicherung
- Für wen ist eine Berufshaftpflichtversicherung in Österreich Pflicht?
- Für Ärzte, Rechtsanwälte, Notare, Wirtschaftstreuhänder, Versicherungsvermittler sowie klinische Psychologen und Psychotherapeuten. Für Ziviltechniker besteht keine generelle Pflicht, der Schutz ist aber dringend empfohlen.
- Deckt meine private Haftpflicht berufliche Fehler ab?
- Nein. Die Privathaftpflicht schließt die berufliche Tätigkeit aus. Berufliche Fehler und reine Vermögensschäden brauchen eine eigene Berufshaftpflicht.
- Wie hoch ist die Mindestversicherungssumme für Ärzte?
- Mindestens € 2.000.000 je Versicherungsfall (§ 52d ÄrzteG). Bei einer GmbH-Gruppenpraxis das Fünffache pro Jahr.
- Was kostet eine Berufshaftpflichtversicherung?
- Individuell berechnet: ab rund € 144 pro Jahr für risikoarme Dienstleister, im Schnitt etwa € 450 netto pro Jahr.
- Gilt der Schutz auch nach Vertragsende?
- Ja, über die Nachdeckung. Ansprüche tauchen oft erst nach dem Ende der Polizze auf und bleiben so abgesichert.
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DigiCare ist ein unabhängiger Versicherungsmakler. Wir vergleichen österreichische Versicherer und stimmen Versicherungssumme und Zusatzbausteine auf Ihren Beruf ab, auf Deutsch und Englisch. Als Makler sind wir gewerberechtlich reguliert; die FMA beaufsichtigt die Versicherer. Fordern Sie Ihr Angebot in wenigen Minuten an.
Rechtliche Hinweise
DigiCare verfügt über die erforderliche Gewerbeberechtigung und tritt als unabhängiger Versicherungsmakler nach der österreichischen Gewerbeordnung auf; die Vermittlung ist über GISA und die Wirtschaftskammer gewerberechtlich reguliert. Die Finanzmarktaufsicht (FMA) beaufsichtigt die in Österreich zugelassenen Versicherer nach dem VAG, nicht den Makler. Es besteht ein 14-tägiges Rücktrittsrecht ohne Angabe von Gründen (§ 5c VersVG). Dieser Text ersetzt keine Rechts- oder Steuerberatung.
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